angepasste Leistungen


Allgemeine Informationen über Nachteilausgleiche auf der Webseite der Freie Universität: 

http://www.fu-berlin.de/sites/diversitaet-und-lehre/nachteilsausgleiche/


Angepasste Studienbedingungen

Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit können sich als Gehbehinderung, aber auch als Schreibbehinderung auswirken. Bauliche Anpassungen, aber auch die Genehmigung von Zeitzuschlägen oder der Verwendung eines Computers zum Anfertigen von Klausuren können dann erforderlich sein. Hör- und Sehbehinderungen können ebenfalls angepasste Prüfungsbedingungen erfordern, aber auch die Bereitstellung zusätzlicher Studienmaterialien durch die Dozenten/innen. Studierende mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung sind darauf angewiesen, dass die Hochschule ihre individuellen Einschränkungen berücksichtigt. Für die Durchführung von Studium, Prüfungen und Praktika können unterschiedliche organisatorische und finanzielle Hilfen, Nachteilsausgleiche und Modifikationen erforderlich sein.
Angepasste Studienbedingungen müssen bei Hochschulverwaltung, Dozenten und Prüfungsämtern eingefordert werden. Krankheits- oder behinderungsbedingt erforderliche zusätzliche finanzielle Hilfen (individuelle Studienhelfer, technische Hilfsmittel, verlängerte Förderungsdauer nach BAföG, etc.) müssen beim Studentenwerk und bei Sozialleistungsträgern beantragt werden. Die Beratung für behinderte Studierende an der FU Berlin sowie die Beratungsstelle des Studentenwerks Berlin für behinderte und chronisch kranke Studierende bieten hierbei Beratung und Unterstützung an. Chronisch Kranke Angesprochen fühlen sollen sich nicht nur für Studierende mit körperlichen Behinderungen oder Beeinträchtigungen der Sinnesorgane, sondern auch chronisch kranke sowie psychisch kranke Studierende. Chronische Erkrankungen wie z.B. Funktionseinschränkungen der inneren Organe können dazu führen, dass die Betroffenen zeitlich reduziert belastbar sind und dass sie zur Versorgung ihrer Krankheit bestimmte organisatorische Möglichkeiten, wie z.B. einen Ruheraum, an der Hochschule benötigen, ebenso aber ggf. auch angepasste Bedingungen bei Klausuren.
Funktionseinschränkungen des Nervensystems können sich z.B. als Sprachbehinderung auswirken und angepasste Prüfungsbedingungen erfordern. Psychische Erkrankungen können z.B. eine verlängerte Bearbeitungszeit oder den Ausschluss der Öffentlichkeit in Prüfungen erfordern. Studierende mit chronischen Krankheiten und anderen äußerlich nicht sichtbaren Behinderungen sind in besonderem Maße darauf angewiesen, die Verantwortlichen an der Hochschule zunächst auf ihre Einschränkung aufmerksam zu machen, um die erforderliche Unterstützung und die ihrer Krankheit/Behinderung angemessenen Studienbedingungen zu erhalten.

Das BerlinerHochschulgesetz

Das Berliner Hochschulgesetz (BerlHG) bestimmt in § 4 Abs. 7 zu den Aufgaben der Hochschulen:

Die Hochschulen berücksichtigen die besonderen Bedürfnisse behinderter Studenten und Studentinnen sowie von Studienbewerbern und Studienbewerberinnen mit Behinderung und treffen in allen Bereichen die erforderlichen Maßnahmen zur Integration der behinderten Studenten und Studentinnen. Für die Durchführung des Studiums und der Prüfung sind geeignete
Maßnahmen zu treffen, die unter Wahrung der Gleichwer
tigkeit einen Nachteilsausgleich ge-
währleisten.

Unter „Rechte und Pflichten der Studenten und Studentinnen“ regelt § 9 Abs. 2

Jedem Studenten und jeder Studentin mit Behinderung sowie jedem Studienbewerber und je-
der Studienbewerberin mit Behinderung soll die erforderliche Hilfe zur Integration nach § 4
Abs. 7 zur Verfügung gestellt werden.

Zu den Prüfungsleistungen regelt § 31 Absatz 3 BerlHG:

Ein Nachteilsausgleich für Studenten und Studentinnen mit Behinderung zur Anerkennung
gleichwertiger Leistungen in anderer Form oder verlängerter Zeit ist vorzusehen.

§ 44 Abs. 1 BerlHG enthält ein allgemeines Diskriminierungsverbot:

Die Mitglieder der Hochschule sind verpflichtet (…) 3. sich so zu verhalten, dass niemand wegen (…) einer Behinderung oder seines Alters benachteiligt wird.
Redaktion: Beratung für behinderte Studierende an der FU Berlin
Georg Classen, Thielallee 38, D 14195 Berlin
Tel. 030-838-55292, Fax 030-838-54511
georg.classen@fu-berlin.de
www.fu-berlin.de/service/
behinderung
Arbeitsfassung / Entwurf für 3. Auflage 2014
© FU Berlin November 2013

Berliner Hochschulgesetz

§ 30 Prüfungen

  (1) Prüfungen dienen der Feststellung der auf der Grundlage der jeweiligen Studien- und Prüfungsordnung zu erlangenden Kompetenzen.

[…]

(4) 1Nicht bestandene studienbegleitende Prüfungen dürfen grundsätzlich mindestens zweimal, an Kunsthochschulen grundsätzlich mindestens einmal wiederholt werden. 2Nicht bestandene Bachelor- und Masterarbeiten einschließlich der daran anschließenden mündlichen Prüfungen sowie Abschluss- und Zwischenprüfungen dürfen grundsätzlich einmal wiederholt werden. 3Die Hochschule hat sicherzustellen, dass eine Wiederholungsprüfung spätestens zu Beginn des auf die Prüfung folgenden Semesters abgelegt werden kann.

[…]

§ 31 Rahmenstudien- und -prüfungsordnung, Studienordnungen, Prüfungsordnungen

[…]

(3) 1Die Rahmenstudien- und -prüfungsordnung und die Prüfungsordnungen müssen die Inanspruchnahme der Schutzfristen von § 3 Absatz 2 und § 6 Absatz 1 des Mutterschutzgesetzes ermöglichen und in angemessener Weise die Betreuung von Kindern, für die nach den gesetzlichen Regelungen von den Studenten und Studentinnen Elternzeit beansprucht werden kann, sowie die Pflege pflegebedürftiger naher Angehöriger im Sinne des Pflegezeitgesetzes berücksichtigen. 2Ein Nachteilsausgleich für Studenten und Studentinnen mit einer Behinderung zur Anerkennung gleichwertiger Leistungen in anderer Form oder verlängerter Zeit ist vorzusehen.

[…]


Rahmenstudien- und -prüfungsordnung der Freien Universität Berlin

§ 11 Leistungen bei Behinderungen,
gesundheitlichen Beeinträchtigungen
sowie bei familiären Belastungen

(1) Macht eine Studentin oder ein Student durch ein ärztliches Zeugnis glaubhaft, dass sie oder er wegen Behinderungen im Sinne von § 2 Abs. 1 SGB IX oder wegen länger andauernden oder ständigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht in der Lage ist, eine Leistung ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form oder innerhalb der vorgesehenen Zeit abzulegen, hat die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses der Studentin oder dem Studenten zu gestatten, gleichwertige Leistungen in einer anderen Form, zu einem anderen Prüfungszeitpunkt oder in einer verlängerten Bearbeitungszeit zu erbringen.

(2) Soweit die Erbringung von Leistungen, die Wiederholung von Leistungen, die Gründe für das Versäumnis von Leistungen und die Einhaltung von Bearbeitungszeiten für Leistungen betroffen sind, stehen der Krankheit der Studentin oder des Studenten die Krankheit einer oder eines nahen Angehörigen gemäß § 7 Abs. 3 Pflegezeitgesetz und die dazu notwendige alleinige Betreuung gleich. Gleiches gilt angelehnt an die Regelungen in §§ 3, 6 Mutterschutzgesetz für Schwangere und Wöchnerinnen.

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