Für Hörbeeinträchtige und gehörlose Studierende

Dozierenden auf das besondere Bedürfnis hinweisen

Hörbehinderte Studierende müssen die Dozenten und Dozentinnen auf ihre Situation hinweisen, damit der Dozent / die Dozentin z.B. die Mikroportanlage benutzt und den Studierenden gegebenenfalls zusätzliche schriftliche Unterlagen bzw. Manuskripte überlässt.

Die Beratung für behinderte Studierende an der FU bietet dabei Unterstützung an, indem
er ein individuelles Informationsschreiben zur Vorlage bei den Dozenten erstellt, mit dem sie gebeten werden, die Mikroportanlage einzusetzen, ggf. Manuskripte bzw. powerpoint Dateien zu den Lehrveranstaltungen usw. (nur zum persönlichen Gebrauch) zu überlassen, die Hörbehinderung in seinem Vortrag zu beachten und Fragen aus dem Publikum zu wiederholen, und in mündlichen Prüfungen die Voraussetzungen für eine von Missverständnissen möglichst freie Kommunikation sicherzustellen (siehe weiter unten).

Für gehörlose Studierende sind zusätzliche schriftliche Unterlagen bzw. Manuskripteunerlässlich, ebenso ggf. die Verwendung eines Overhead-Projektors bzw. Beamers.

Finanzierung von Gebärdendolmetscher und Studienhelfern

Die Finanzierung der erforderlichen Gebärdendolmetscher muss über die Integrationshilfe nach BerlHG beim Studentenwerk Berlin beantragt werden. In jedem Fall empfiehlt sichnein Beratungstermin, um die für das Studium nötige Assistenz von Studienhelfern oder Gebärdendolmetschern sowie auch die Finanzierung von behinderungsbedingt erforderlicher zusätzlicher schriftlicher Materialien (Grundlagenliteratur etc.) zu erhalten.

  • Gebärdensprachdolmetscher vermittelt der Berufsverband der Gebärdensprachdolmetscher/innen Berlin/ Brandenburg – www.bgbb.de .

Mikroport-Anlage zur Verfügung gestellt:

Hörbehinderte Studierende können mit einer Mikroport-Anlage den Dozenten besser hören. Die Anlage besteht aus einem Empfänger, der an das Hörgerät angeschlossen wird,
und einem Mikrofon mit Sender, das der Dozent verwenden muss. Die Anlage wird aufgrund fachärztlicher Befürwortung vom Studentenwerk Berlin zur Verfügung gestellt (Integrationshilfe nach § 9 Abs. 2 BerlHG, vgl. Kapitel 4).

Befristete Ausleihe von Mikroport-Anlage beim Herr Classen

Studierende, die noch keine Erfahrungen mit dem Mikroport haben, können beim Herr Classen an der FU eine Mikroport-Anlage befristet ausleihen.

Hinweise zur Verwendung von Mikroportanlagen: Die in den FU-Hörsälen vorhandenen Lautsprecherübertragungsanlagen verwenden dieselben Frequenzbereiche wie individuelle Mikroportanlagen. Dies könnte dazu führen, dass Sendesignale der FU-Anlagen (auch aus anderen Veranstaltungen…) auf das Privatgerät übertragen werden …und umgekehrt! Individuelle Mikroports können die Signale der FU-Anlage jedoch nur mangelhaft wiedergeben. Die individuelle Anlage muss daher ggf. auf einen anderen Frequenzkanal eingestellt und zusätzlich zur FU-Anlage eingesetzt werden.

Vor dem Einsatz einer individuellen Mikroportanlage sollte man wegen der Frequenzen die Medienwarte der FU informieren und um Rat bitten:
• Tel. 838-55945 (HFB, Herr Adam, joerg.adam@zuv.fu-berlin.de),
• Tel. 838-55500, -51499 (Rostlaube, Raum KL 26/124, Herr Huth, Frau Boppert), oder
• Herr Henry, Hausinspektor Rost/Silberlaube, Tel. 838-55665, oder
• beim Pförtner bzw. Hausmeister nachfragen, wer für die Hörsaaltechnik des jeweiligen
Gebäudes zuständig ist.

Nachteilausgleichende Regelungen für mündliche und eventuel für schriftliche Prüfungen

Für mündliche Prüfungen sind nachteilsausgleichende Regelungen erforderlich (Ersatz
durch schriftliche Leistungen; Assistenzperson bzw. Gebärdendolmetscher, etc.). Bei komplexen/abstrakten Sachverhalten funktioniert in manchen Fällen das Verstehen der
nur mündlich gestellten Fragen in der Prüfung nicht mehr, weil das Erschließen abstrakter
Sinnzusammenhänge aus den nur teilweise gehörten Inhalten unter Umständen nicht
mehr möglich ist. Es kann daher ggf. zweckmäßig sein, dass der Dozent die Fragestellungen schriftlich vorbereitet und in der Prüfung vorlegt. Ein nach Bedarf möglicher individueller Zeitzuschlag ist ebenfalls erforderlich, um in jedem Fall ausreichend Zeit zu haben, eventuelle Missverständnisse aufzuklären.

Evtl. ist auch für schriftliche Prüfungen ein Zeitzuschlag denkbar, wenn infolge einer
schweren Hörschädigung die Schriftsprachkompetenz geringer als bei anderen Studierenden ist und deshalb mehr Zeit benötigt wird, um Texte auf Fehler zu prüfen.

Beratungsangebote und Treffs für Hörbehinderte

  • Dominique Illing, Tel. 939393-9020, Anschrift s.o beh.beratung.thielallee@studentenwerk-berlin.de
    www.studentenwerk-berlin.de/bub/behinderte
  • Georg Classen, Tel. 838-55292, Fax 838-54511, georg.classen@fu-berlin.de (Anschrift
    s.o.), www.fu-berlin.de/service/behinderung
  • Hörbehinderten-Beratungs- und Informationszentrum (HörBIZ)
    Beratung zu sozialen Fragen, technischen Hilfsmitteln etc. für Schwerhörige/Hörgeschädigte, Vermittlung von Gebärdenkursen, Absehkursen, Selbsthilfegruppen und audiotherapeutischen Maßnahmen:
    HörBIZ, 14059 Berlin-Charlottenburg, Sophie Charlotten Str. 23a, Tel. 32602375, Fax
    32602376 charlottenburg@hoerbiz.info sowie HörBIZ, 13187 Berlin-Pankow, Breite Str. 3, Tel. 47541115, Fax: 47474484, pankow@hoerbiz.info
    www.hoerbiz-berlin.de
  • Deutscher Schwerhörigenbund e.V. (DSB) www.schwerhoerigen-netz.de
  • Schwerhörigen-Verein Berlin e. V. www.schwerhoerige-berlin.de
  • Gehörlosenzentrum, Gehörlosenverband Berlin e.V., Friedrichstr 12, 10969 Berlin (U-Bahn Hallesches Tor). Beratung zu sozialen Fragen, Vermittlung von Hilfen für Gehörlose, Tel/Schreibtelefon 2517051, Fax 2517053, info@deafberlin.de
    Im Haus befindet das von Gehörlosen betriebene Culturcafé „Hands Up!“
    www.gehoerlosenverband-berlin.de
  • Zentrum für Kultur und visuelle Kommunikation Gehörloser Berlin/Brandenburg
    e.V. www.deafmedia.de
  • Die Bundesarbeitsgemeinschaft hörbehinderter Studenten und Absolventen (BHSA) führt (auch für Nichtmitglieder) Seminare für hörbehinderte Studierende (Studienanfänger sowie Absolventen) durch, bietet einen newsletter und mailinglisten an und gibt einen Studienführer für Hörbehinderte heraus. BHSA e.V. , Geschäftsstelle, c/o Andreas Kammerbauer , Hinter der Hochstätte 2a,
    65 239 Hochheim, Telefon (auch Schreibtelefon/Bildtelefon) 06146-835537, Fax 06146-835538, www.bhsa.de , Email : andreas.kammerbauer@t-online.de
    Treff für hörbehinderte Studierende in Berlin
  • Tutorium „Gebärdensprache“ und Kurse in DGS, Kontakt: Brigitte Lengert, TU Berlin, Allgemeine Studienberatung, Str. des 17. Juni 135, Raum H 71, Tel 314-25607, Fax 314-24805, brigitte.lengert@tu-berlin.de
  • Humboldt-Universität Berlin, BA-Studiengang „Deaf Studies“ und geplanter MA-
    Studiengang „Gebärdensprachdolmetschen“
  • HU Berlin, Institut für Rehabilitationswissenschaften, Abteilung Gebärdensprachdolmetschen, Ziegelstr. 10, Aufgang 4, Berlin-Mitte
    Postanschrift: Unter den Linden 6, 10099 Berlin
    Tel. 30-2093 1848, Fax -1837, email: katja.belz@staff.hu-berlin.de
    www.reha.hu-berlin.de/dolmet

Quelle: http://www.osa.fu-berlin.de/geschichte/_medien/Wegweiser_FU_mit_behidnerung.pdf
Redaktion: Beratung für behinderte Studierende an der FU Berlin
Georg Classen, Thielallee 38, D 14195 Berlin
Tel. 030-838-55292, Fax 030-838-54511
georg.classen@fu-berlin.de
www.fu-berlin.de/service/
behinderung
Arbeitsfassung / Entwurf für 3. Auflage 2014
© FU Berlin November 2013