BAföG-Fachrichtungswechsel: aus wichtigem oder aus unabweisbarem Grund?

Wenn man immatrikuliert ist, zählt jedes Semester wie ein gefördertes Semester, auch wenn man dafür kein BAföG beantragt hat. Auch eine „pro forma“ Immatrikulation kann somit zum „Verbrauch“ und ggf. Verlust späterer BAföG-Ansprüche führen.

Wurde die Fachrichtung aus „wichtigem Grund“ (§ 7 Abs. 3 Nr. 1 BAföG) gewechselt, ist eine Weiterförderung nur möglich, wenn der Wechsel spätestens nach Ende des dritten Studiensemesters stattgefunden hat.

Als „wichtiger Grund“ kann z.B. ein Neigungs- bzw. Interessenwandel anerkannt werden. Achtung: Der Fachwechsel muss unverzüglich nach Eintreten des Neigungs- bzw. Interessenwandels erfolgen – dies ist bei der vorzulegenden Begründung zu beachten!

Wird die Fachrichtung hingegen aus “ unabweisbarem Grund“ (§ 7 Abs. 3 Nr. 2 BAföG) gewechselt, ist ein Wechsel ist auch später als zum Ende des dritten Studiensemesters möglich. Allerdings muss auch dann der Wechsel unverzüglich nach Eintreten des „unabweisbaren Grundes“ erfolgen.

Ein „unabweisbarer Grund“ kann nur in wenigen Fällen anerkannt werden! Ein möglicher Grund wäre, dass infolge einer neu aufgetretenen chronischen Krankheit oder Behinderung das Studium in der bisherigen Fachrichtung nicht fortgesetzt werden kann (z.B. unerwartete Behinderung durch Unfall oder eine Allergie, die eine Fortsetzung des bisherigen Studiums unmöglich macht).

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Arbeitsfassung / Entwurf für 3. Auflage 2014
© FU Berlin November 2013