Studierunfähigkeit infolge Krankheit

Bei längerfristiger vollständiger Studierunfähigkeit infolge Krankheit entfällt nach Ablauf des 3. Kalendermonats der Krankheit der BAföG-Anspruch, bis das Studium wieder aufgenommen wird (§ 15 Abs. 2a BAföG). Über den 3. Monat der Krankheit hinaus erhaltene Zahlungen fordert das BAföG-Amt zurück.

Tipp 1: Bei (voraussichtlich) länger dauernder vollständiger Studierunfähigkeit (über 3 Monate) infolge Krankheit/Behinderung sollte man dies dem BAföG-Amt mitteilen und für das betreffende Semester eine Beurlaubung beantragen. Dies ist notwendig, damit das Bafög nicht für Zeiten verbraucht wird, in denen man wegen Krankheit nicht studieren kann.

Mit dem Nachweis der Beurlaubung (und ggf. der Studier- bzw. Arbeitsunfähigkeit) kann man zum Lebensunterhalt ggf. Arbeitslosengeld II nach dem SGB II bzw. bei unabsehbarerer bzw. dauerhafter Erwerbsunfähigkeit Sozialhilfe nach dem SGB XII beantragen. Vgl. Kapitel 4.2 zum SGB II / SGB XII und Kapitel 7 zu Beurlaubung. Zeiten mit Beurlaubung werden nicht auf die BAföG-Förderungshöchstdauer angerechnet. Allerdings können an der FU derzeit während einer Beurlaubung keine Leistungsnachweise erbracht werden (vgl. Kapitel 7).

Tipp 2: Bei nachweislicher Studienverzögerung infolge einer oder mehrerer kürzerer Krankheitszeiten und bei nur teilweiser Beeinträchtigung der Studierfähigkeit wegen Behinderung / Krankheit sollte man versuchen, eine behinderungsbedingt verlängerte Förderungsdauer nach BAföG geltend zu machen (s.o.).

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Arbeitsfassung / Entwurf für 3. Auflage 2014
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