Härtefallantrag

Link zu Informationen zu Sonderanträge und den Sonderantrag

Härtefallantrag

Unter bestimmten Voraussetzungen können behinderte und chronisch kranke Bewerber
über einen „Härtefallantrag“ unabhängig von Abschlussnote und Wartezeit zugelassen
werden. Zur Begründung muss eines oder mehrere der folgenden Kriterien angeführt
werden
  • infolge der Krankheit/Behinderung ist eine sinnvolle Überbrückung der Wartezeit nicht möglich oder gegenüber gesunden Personen in unzumutbarer Weise erschwert,
  • wegen einer fortschreitenden Krankheit/Behinderung (mit Tendenz zur Verschlimmerung) ist eine Wartezeit nicht zumutbar ist, da bei einem späteren Studienbeginn die Belastungen des Studiums nicht (mehr) durchgestanden werden könnten,
  • infolge der Krankheit/Behinderung ist eine Beschränkung auf ein enges Berufsfeld gegeben, und der gewählte Studiengang verspricht eine erfolgreiche berufliche (Wieder-)Eingliederung, oder
  • infolge der Krankheit/Behinderung musste der bisherige Beruf oder das bisherige Studium aufgegeben werden.
Wer direkt nach dem Abitur studieren möchte, kann gute Chancen haben, dass bei einer
schwerwiegenden Erkrankung oder Behinderung ein Härtefallantrag anerkannt wird. Et-
was anderes gilt für Bewerber, die bereits berufstätig sind oder sich für ein anderes Stu-
dienfach immatrikuliert haben, und die Krankheit bzw. Behinderung einer Fortsetzung der
bisherigen Tätigkeit bzw. des bisherigen Studiums nicht zwingend entgegensteht.
Achtung:
Sobald man immatrikuliert ist, wird in der Regel die Fortsetzung des bisherigen
Studiums als zumutbar angesehen. Auch eine „pro forma“ Immatrikulation führt daher
zum Verlust der Möglichkeit einer späteren Härtefallzulassung im Wunschfach!
Ausnahme: das bisherige Studium kann wegen einer neu aufgetretenen Behinderung nicht fortgesetzt werden. Bis zu 2 % der in einem Fach verfügbaren Studienplätze (nicht: der Be-
werber!) werden im Wege der Härtefallzulassung, d.h. unabhängig von Note und Warte-
zeit vergeben. Gibt es mehr Bewerber, entscheiden der Grad der Härte bzw. das Los.
Zur Begründung des Härtefallantrags ist ein fachärztliches Gutachten vorzulegen. Es
soll von einem für die Behinderung/Krankheit einschlägigen Facharzt erstellt sein.
Das Gutachten darf sich nicht auf die Diagnose beschränken. Es muss zudem zu den für
den Härtefall maßgeblichen Kriterien Stellung nehmen. Diese sind im FU-Merkblatt
„Sonderanträge“
https://www.fu-berlin.de/studium/studienorganisation/bewerbung/formulare/sonderantraege.pdf unter Nummer 1.1. bis 1.6. genannt. Meist treffen mehrere Kriterien gleichzeitig zu.
Das Gutachten muss zudem Aussagen über Entstehung, Schwere, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung sowie eine Prognose über den weiteren Krankheitsverlauf enthalten. Es muss für medizinische Laien nachvollziehbar sein. Das Gutachten ist im Original oder beglaubigter Kopie einzureichen. Als zusätzliche Nachweise sind z.B. beglaubigte Kopien des Schwerbehindertenausweises bzw. Feststellungsbescheids des Versorgungsamts geeignet. Psychische Behinderungen werden in aller Regel nicht als Härtegrund anerkannt.
Redaktion: Beratung für behinderte Studierende an der FU Berlin
Georg Classen, Thielallee 38, D 14195 Berlin
Tel. 030-838-55292, Fax 030-838-54511
georg.classen@fu-berlin.de
www.fu-berlin.de/service/
behinderung
Arbeitsfassung / Entwurf für 3. Auflage 2014
© FU Berlin November 2013

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.