Deutsches StudentenwerkInformations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS): Tipps und Informationen Nr. 10 / 2016

Deutsches StudentenwerkInformations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS)

21. Oktober 2016

Tipps und Informationen Nr. 10 / 2016

(Sie können die Tipps und Informationen auch auf unseren Webseiten lesen: Tipps und Informationen 10/2016)

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Uni Halle: Ringvorlesung des Arbeitskreises Inklusion

Der Arbeitskreis Inklusion der Martin-Luther-Universität lädt bereits zum fünften Mal zu einer Ringvorlesung ein. Unter der Überschrift „Hochschuldidaktik als Grundlage einer vielfältigen Hochschule“ gibt es unter anderem Vorlesungen zu „Inklusionsorientierter Hochschullehre“, wird ein internationaler Blick auf „Universal Design in der Hochschullehre“ geworfen und die Frage diskutiert: „Wie kann barrierefreie Hochschullehre ein inklusives Bildungssystem stärken“.

Uni Konstanz: Unterstützung für Studierende mit psychischen Erkrankungen

Seit kurzem gibt es an der Universität Konstanz ein Begleitprojekt für Studierende mit oder nach einer psychischen Erkrankung: Studis für Studis. Es stehen eine tutorielle Einzelbegleitung und/ oder ein Gruppenangebot zur Verfügung. Die Begleitung versteht sich u.a. als Ergänzung zur Studienberatung oder zu einer ambulanten psychotherapeutischen / psychatrischen Behandlung wie auch als Hilfe bei einem Wiedereinstieg in den Studienalltag nach einer (teil-)stationären Behandlung.

Für die Beratungspraxis

Studierende, die bei den Eltern wohnen: Statt Wohnkostenzuschuss ab 1.8.2016 aufstockende Leistungen zum Lebensunterhalt nach SGB II möglich

Studierende, die bisher den Zuschuss zu ungedeckten Unterkunftskosten nach § 27 Abs. 3 SGB II erhalten konnten, haben in Zukunft Anspruch auf aufstockende Leistungen nach SGB II. Damit sind Studierende, die bei ihren Eltern wohnen und BAföG beziehen (oder nur wegen anzurechnendem Einkommen oder Vermögen nicht erhalten), nicht mehr – wie bisher – von unterhaltssichernden Leistungen nach SGB II ausgeschlossen. Für Studierende, die außerhalb des Elternhauses wohnen, besteht der grundsätzliche Leistungsausschluss für unterhaltssichernde Leistungen nach dem SGB II allerdings fort.

Aus den Bundesländern

Sachsen-Anhalt: Runder Tisch Inklusion

Zum zweiten Mal tagte im September an der Universität Halle der landesweite Runde Tisch „Inklusive Hochschule“. Vertreter_innen von Hochschulen, der Landespolitik, Studentenwerke, Studierendenräte und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen diskutierten den Entwurf des neuen Hochschulgesetzes, Fragen einer inklusiven Hochschuldidaktik und der Reform der Eingliederungshilfe. Organsiert wurde der Runde Tisch vom Arbeitskreis Inklusion der Universität Halle.

Thüringen: Zielvereinbarungen verpflichten Hochschulen zu mehr Inklusion

Fast alle Hochschulen verpflichten sich in den Zielvereinbarungen mit dem thüringischen Wissenschaftsministerium zu Maßnahmen zur Verbesserung der Situation Studierender mit Behinderungen. So werden z.B. die Universität Erfurt und die Hochschule Nordhausen bis Ende 2018 Maßnahmepläne zur Umsetzung der UN-BRK entwickeln, die Fachhochschule Erfurt ihren bereits 2013 verabschiedeten Aktionsplan weiter umsetzen und die Technische Hochschule Illmenau ihr Beratungsangebot für Studierende mit Behinderungen stärken und Maßnahmen für mehr räumliche Barrierefreiheit umsetzen. Die Zielvereinbarungen gelten bis 2019.

Schleswig-Holstein: Tagung für barrierefreie Hochschule / Tagungsbericht verfügbar

Am 23. Februar hat der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Staatssekretär für Wissenschaft eine Fachtagung zu barrierefreien Hochschulen durchgeführt. Nun ist der Tagungsbericht für diese Veranstaltung fertiggestellt und online verfügbar.

Aus Politik und Verwaltung

Bund: Offensiv für digitale Bildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will den digitalen Wandel in der Bildung vorantreiben. Das ist auch der Gegenstand des Strategiepapiers „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“. Darin betont das BMBF an vielen Stellen die Potentiale digitaler Bildung – u.a. für die Umsetzung von Inklusion in der Bildung. Barrierefreiheit als Voraussetzung hierfür wird jedoch nur am Rande und dann auch nur bezogen auf die technische Infrastruktur thematisiert.

Aus Verbänden und Institutionen

DVBS Mentoring-Projekt – Austausch, Vernetzung, Selbstmarketing

Zehn blinde und sehbehinderte Abiturienten, Auszubildende und Studierende können sich wieder für ein Jahr mit ausgewählten berufserfahrenen und ebenfalls sehgeschädigten Mentorinnen und Mentoren zusammenschließen. Im Frühjahr 2017 geht das Mentoring-Projekt „TriTeam“ des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) in die dritte Runde. Gemeinsam wird an passgenauen Studien- und Berufszielen gearbeitet, werden Erfahrungen über Hilfsmittelnutzung, Nachteilsausgleiche oder Bewerbungen ausgetauscht, können die Teilnehmenden von Mentoren Tipps bekommen und Tricks erfahren. Wird ergänzendes Know-how benötigt, stehen zusätzliche Fachcoaches zur Verfügung. Zwei zweitägige Seminare mit allen Mentees und Mentoren runden das Angebot ab. Die Teilnahme ist kostenfrei. Bewerbungsschluss ist der 15. Dezember.

HRK: Kritik am Entwurf des Bundesteilhabegesetzes (BTHG)

Die HRK kritisiert den Entwurf des Bundesteilhabegesetzes scharf. Einige der geplanten Regelungen würden die Gefahr bergen, Menschen mit Behinderungen noch stärker zu benachteiligen als bislang schon. Die HRK fordert erhebliche Nachbesserungen, um Studierenden mit Behinderung einen gleichberechtigten Zugang zur Bildung zu ermöglichen.

DVBS: Resolution zum BTHG „Chancengleichheit statt Leistungskürzungen“

Die Mitglieder-Versammlung des DVBS hat am 24. September eine Resolution zum Entwurf des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) verabschiedet. Darin kritisiert der DVBS insbesondere die drohenden Rückschritte bei den Leistungen zur Teilhabe an Bildung sowie die Schlechterstellung der Blindenhilfe im Verhältnis zur Eingliederungshilfe.

DVBS: Marburger Erklärung „Barrierefreie Digitalisierung für blinde und sehbehinderte Menschen ermöglichen“

Die Teilnehmer_innen der DVBS-Fachtagung zum „Megatrend Digitalisierung“ am 23. September haben die Marburger Erklärung „Barrierefreie Digitalisierung für blinde und sehbehinderte Menschen ermöglichen“ verabschiedet. Auch Bildungsträger werden aufgefordert, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. Zugleich wird gefordert, Menschen mit Behinderung an der Entwicklung barrierefreier digitaler Produkte entscheidend zu beteiligen.

Publikationen

Buch: „Studieren mit Behinderung/Beeinträchtigung“

Petra Stemmer untersucht in ihrer Studie Bedarfe und Anforderungen, die unterschiedliche Beeinträchtigungsarten an die Hochschulen stellen. Es werden Good-Practice-Beispiele sowohl nach Beeinträchtigungsarten als auch nach Themengebieten dargestellt. Einbezogen in die Untersuchung sind Forschungs- und Studienergebnisse aus der deutschen Hochschullandschaft.

Stemmer, Petra (2016): Studieren mit Behinderung/Beeinträchtigung. Teil 1: Recherchestudie – Inklusion im Hochschulbereich, Nomos.

Studium und Behinderung in den Medien

ZDF: „Ein besseres Gesetz?“

Welche Auswirkungen hat das geplante Bundesteilhabegesetz? Dieser Frage geht das Magazin Menschen des ZDF in seiner Sendung am 8.10.2016 nach. Der Beitrag stellt auch die sehbehinderte Dortmunder Studentin Nadine Sperling vor. Sie ist künftig möglicherweise nicht mehr behindert genug, um Leistungen der Eingliederungshilfe zu bekommen. Der Grund: Künftig sollen nur noch diejenigen einen Rechtsanspruch auf Leistungen zur Teilhabe an Bildung haben, die in mehr als fünf Lebensbereichen auf Hilfe angewiesen sind.

Menschen: „Studieren mit Behinderung“

Die neueste Ausgabe des Magazins „Menschen“ der Aktion Mensch beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema „Studieren mit Behinderung“. Vorgestellt werden auch drei Hochschulen mit ihrem besonderen Engagement für Studierende mit Behinderungen.

report-k: Bahnhof Süd – AStA kritisiert Umbaupläne

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität zu Köln kritisiert die geplanten Umbaupläne des Bahnhofs Köln Süd. Diese würden Fragen der Barrierefreiheit nicht ausreichend berücksichtigen.

Termine

Seminar: „Mal sehen was wirklich geht! – Low Vision und trotzdem: Tragfähige Perspektiven für Berufstätige und Studierende mit Sehbehinderung“

Termin: 20.-21.01.2017
Ort: Berufsförderungswerk (BFW) Düren
Zielgruppe: sehbehinderte Berufstätige und Studierende
Veranstalter: Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) in Zusammenarbeit mit dem BFW Düren

Dieses berufsgruppenübergreifende Low-Vision-Seminar bietet im ersten Teil eine durch BFW-Experten durchgeführte Beurteilung der Lesefähigkeit und des Vergrößerungsbedarfs und gibt Empfehlungen für geeigneten Hilfsmittel und sonstige Rahmenbedingungen (Beleuchtung u. a.). Im zweiten Teil des Seminars bieten erfahrene, selbst von einer Sehbeeinträchtigung betroffene Studierende und Berufspraktiker_innen im Rahmen einer Peer-to-Peer-Beratung ihren Erfahrungsschatz zu den Themen Behinderung, Studium und Beruf an. Hier können all die Fragen gestellt werden, die bei Augenärzt_innen, Hilfsmittelfirmen oder sonstigen Stellen nicht beantwortet werden.

Konferenz: „Inklusiv studieren – eine Hochschule für alle“

Termin: 15.11.2016
Ort: Berlin
Zielgruppe: Studierende, Hochschulvertreter_innen und politische Entscheider_innen
Veranstalter: Friedrich-Ebert-Stiftung

Wie sieht die gegenwärtige Situation für beeinträchtigte Studierende an deutschen Hochschulen aus? Diese Frage diskutieren auf der Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung Studierende, Hochschulvertreter_innen und politische Entscheider_innen. Vorgestellt werden konkrete Beispiele für die Entwicklung von Aktionsplänen, von Internetportalen für ein barrierefreies Studium und für die Sensibilisierung von Lehrenden. Ein Livestream ermöglicht es, die Konferenz im Internet zu verfolgen und sich mit Fragen zu beteiligen.

Workshop: „Gleichberechtigte Teilhabe am Hochschulstudium für Studierende mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung – Ansätze und Ideen“

Termin: 11.11.2016
Ort: Universität Marburg
Veranstalter: Universität Marburg, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie

Welchen Einfluss hat die Sichtbarkeit einer Beeinträchtigung? Was bedeutet dies unter den Bedingungen eines Hochschulstudiums? Was ist Good Practice im Bereich Behinderung und Studium? Wie können verschiedene Initiativen zur Verstetigung der chancengerechten Teilhabe aussehen? Im Rahmen der Veranstaltung sollen einerseits spezifische Herausforderungen aufgezeigt und diskutiert werden, die für Studierende mit Behinderung/chronischer Erkrankung entstehen, sowie verschiedene Ansätze beraten und Initiativen zur Verstetigung der chancengerechten Teilhabe erarbeitet werden.

Berater*innenseminar 2016

Termin: 19.-20.11.2016
Ort: Hamburg
Zielgruppe: Studierende, die sich in der Beratung chronisch kranker und behinderter Studierender engagieren
Veranstalter: Referat für behinderte und chronisch kranke Studierende (RBCS) des AStA der Universität Hamburg

Das Seminar beschäftigt sich mit den „Beratungsbasics“ wie Beratungshaltung im Peer Counselling, Gesprächsführung u.a. Gleichzeitig bietet das Seminar aber auch Informationen zu den Themen Eingliederungshilfe, BAföG und anderen Wegen der Studienfinanzierung. Das Seminar soll auch einen Austausch unter den Berater_innen verschiedener Hochschulen ermöglichen.

Ihr Team der IBS

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Fax: 030 / 29 77 27 -69
E-Mail: studium-behinderung@studentenwerke.de
www.studentenwerke.de/behinderung

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