Archiv für den Monat: Oktober 2016

Deutsches StudentenwerkInformations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS): Tipps und Informationen Nr. 10 / 2016

Deutsches StudentenwerkInformations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS)

21. Oktober 2016

Tipps und Informationen Nr. 10 / 2016

(Sie können die Tipps und Informationen auch auf unseren Webseiten lesen: Tipps und Informationen 10/2016)

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Uni Halle: Ringvorlesung des Arbeitskreises Inklusion

Der Arbeitskreis Inklusion der Martin-Luther-Universität lädt bereits zum fünften Mal zu einer Ringvorlesung ein. Unter der Überschrift „Hochschuldidaktik als Grundlage einer vielfältigen Hochschule“ gibt es unter anderem Vorlesungen zu „Inklusionsorientierter Hochschullehre“, wird ein internationaler Blick auf „Universal Design in der Hochschullehre“ geworfen und die Frage diskutiert: „Wie kann barrierefreie Hochschullehre ein inklusives Bildungssystem stärken“.

Uni Konstanz: Unterstützung für Studierende mit psychischen Erkrankungen

Seit kurzem gibt es an der Universität Konstanz ein Begleitprojekt für Studierende mit oder nach einer psychischen Erkrankung: Studis für Studis. Es stehen eine tutorielle Einzelbegleitung und/ oder ein Gruppenangebot zur Verfügung. Die Begleitung versteht sich u.a. als Ergänzung zur Studienberatung oder zu einer ambulanten psychotherapeutischen / psychatrischen Behandlung wie auch als Hilfe bei einem Wiedereinstieg in den Studienalltag nach einer (teil-)stationären Behandlung.

Für die Beratungspraxis

Studierende, die bei den Eltern wohnen: Statt Wohnkostenzuschuss ab 1.8.2016 aufstockende Leistungen zum Lebensunterhalt nach SGB II möglich

Studierende, die bisher den Zuschuss zu ungedeckten Unterkunftskosten nach § 27 Abs. 3 SGB II erhalten konnten, haben in Zukunft Anspruch auf aufstockende Leistungen nach SGB II. Damit sind Studierende, die bei ihren Eltern wohnen und BAföG beziehen (oder nur wegen anzurechnendem Einkommen oder Vermögen nicht erhalten), nicht mehr – wie bisher – von unterhaltssichernden Leistungen nach SGB II ausgeschlossen. Für Studierende, die außerhalb des Elternhauses wohnen, besteht der grundsätzliche Leistungsausschluss für unterhaltssichernde Leistungen nach dem SGB II allerdings fort.

Aus den Bundesländern

Sachsen-Anhalt: Runder Tisch Inklusion

Zum zweiten Mal tagte im September an der Universität Halle der landesweite Runde Tisch „Inklusive Hochschule“. Vertreter_innen von Hochschulen, der Landespolitik, Studentenwerke, Studierendenräte und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen diskutierten den Entwurf des neuen Hochschulgesetzes, Fragen einer inklusiven Hochschuldidaktik und der Reform der Eingliederungshilfe. Organsiert wurde der Runde Tisch vom Arbeitskreis Inklusion der Universität Halle.

Thüringen: Zielvereinbarungen verpflichten Hochschulen zu mehr Inklusion

Fast alle Hochschulen verpflichten sich in den Zielvereinbarungen mit dem thüringischen Wissenschaftsministerium zu Maßnahmen zur Verbesserung der Situation Studierender mit Behinderungen. So werden z.B. die Universität Erfurt und die Hochschule Nordhausen bis Ende 2018 Maßnahmepläne zur Umsetzung der UN-BRK entwickeln, die Fachhochschule Erfurt ihren bereits 2013 verabschiedeten Aktionsplan weiter umsetzen und die Technische Hochschule Illmenau ihr Beratungsangebot für Studierende mit Behinderungen stärken und Maßnahmen für mehr räumliche Barrierefreiheit umsetzen. Die Zielvereinbarungen gelten bis 2019.

Schleswig-Holstein: Tagung für barrierefreie Hochschule / Tagungsbericht verfügbar

Am 23. Februar hat der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Staatssekretär für Wissenschaft eine Fachtagung zu barrierefreien Hochschulen durchgeführt. Nun ist der Tagungsbericht für diese Veranstaltung fertiggestellt und online verfügbar.

Aus Politik und Verwaltung

Bund: Offensiv für digitale Bildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will den digitalen Wandel in der Bildung vorantreiben. Das ist auch der Gegenstand des Strategiepapiers „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“. Darin betont das BMBF an vielen Stellen die Potentiale digitaler Bildung – u.a. für die Umsetzung von Inklusion in der Bildung. Barrierefreiheit als Voraussetzung hierfür wird jedoch nur am Rande und dann auch nur bezogen auf die technische Infrastruktur thematisiert.

Aus Verbänden und Institutionen

DVBS Mentoring-Projekt – Austausch, Vernetzung, Selbstmarketing

Zehn blinde und sehbehinderte Abiturienten, Auszubildende und Studierende können sich wieder für ein Jahr mit ausgewählten berufserfahrenen und ebenfalls sehgeschädigten Mentorinnen und Mentoren zusammenschließen. Im Frühjahr 2017 geht das Mentoring-Projekt „TriTeam“ des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) in die dritte Runde. Gemeinsam wird an passgenauen Studien- und Berufszielen gearbeitet, werden Erfahrungen über Hilfsmittelnutzung, Nachteilsausgleiche oder Bewerbungen ausgetauscht, können die Teilnehmenden von Mentoren Tipps bekommen und Tricks erfahren. Wird ergänzendes Know-how benötigt, stehen zusätzliche Fachcoaches zur Verfügung. Zwei zweitägige Seminare mit allen Mentees und Mentoren runden das Angebot ab. Die Teilnahme ist kostenfrei. Bewerbungsschluss ist der 15. Dezember.

HRK: Kritik am Entwurf des Bundesteilhabegesetzes (BTHG)

Die HRK kritisiert den Entwurf des Bundesteilhabegesetzes scharf. Einige der geplanten Regelungen würden die Gefahr bergen, Menschen mit Behinderungen noch stärker zu benachteiligen als bislang schon. Die HRK fordert erhebliche Nachbesserungen, um Studierenden mit Behinderung einen gleichberechtigten Zugang zur Bildung zu ermöglichen.

DVBS: Resolution zum BTHG „Chancengleichheit statt Leistungskürzungen“

Die Mitglieder-Versammlung des DVBS hat am 24. September eine Resolution zum Entwurf des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) verabschiedet. Darin kritisiert der DVBS insbesondere die drohenden Rückschritte bei den Leistungen zur Teilhabe an Bildung sowie die Schlechterstellung der Blindenhilfe im Verhältnis zur Eingliederungshilfe.

DVBS: Marburger Erklärung „Barrierefreie Digitalisierung für blinde und sehbehinderte Menschen ermöglichen“

Die Teilnehmer_innen der DVBS-Fachtagung zum „Megatrend Digitalisierung“ am 23. September haben die Marburger Erklärung „Barrierefreie Digitalisierung für blinde und sehbehinderte Menschen ermöglichen“ verabschiedet. Auch Bildungsträger werden aufgefordert, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. Zugleich wird gefordert, Menschen mit Behinderung an der Entwicklung barrierefreier digitaler Produkte entscheidend zu beteiligen.

Publikationen

Buch: „Studieren mit Behinderung/Beeinträchtigung“

Petra Stemmer untersucht in ihrer Studie Bedarfe und Anforderungen, die unterschiedliche Beeinträchtigungsarten an die Hochschulen stellen. Es werden Good-Practice-Beispiele sowohl nach Beeinträchtigungsarten als auch nach Themengebieten dargestellt. Einbezogen in die Untersuchung sind Forschungs- und Studienergebnisse aus der deutschen Hochschullandschaft.

Stemmer, Petra (2016): Studieren mit Behinderung/Beeinträchtigung. Teil 1: Recherchestudie – Inklusion im Hochschulbereich, Nomos.

Studium und Behinderung in den Medien

ZDF: „Ein besseres Gesetz?“

Welche Auswirkungen hat das geplante Bundesteilhabegesetz? Dieser Frage geht das Magazin Menschen des ZDF in seiner Sendung am 8.10.2016 nach. Der Beitrag stellt auch die sehbehinderte Dortmunder Studentin Nadine Sperling vor. Sie ist künftig möglicherweise nicht mehr behindert genug, um Leistungen der Eingliederungshilfe zu bekommen. Der Grund: Künftig sollen nur noch diejenigen einen Rechtsanspruch auf Leistungen zur Teilhabe an Bildung haben, die in mehr als fünf Lebensbereichen auf Hilfe angewiesen sind.

Menschen: „Studieren mit Behinderung“

Die neueste Ausgabe des Magazins „Menschen“ der Aktion Mensch beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema „Studieren mit Behinderung“. Vorgestellt werden auch drei Hochschulen mit ihrem besonderen Engagement für Studierende mit Behinderungen.

report-k: Bahnhof Süd – AStA kritisiert Umbaupläne

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität zu Köln kritisiert die geplanten Umbaupläne des Bahnhofs Köln Süd. Diese würden Fragen der Barrierefreiheit nicht ausreichend berücksichtigen.

Termine

Seminar: „Mal sehen was wirklich geht! – Low Vision und trotzdem: Tragfähige Perspektiven für Berufstätige und Studierende mit Sehbehinderung“

Termin: 20.-21.01.2017
Ort: Berufsförderungswerk (BFW) Düren
Zielgruppe: sehbehinderte Berufstätige und Studierende
Veranstalter: Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) in Zusammenarbeit mit dem BFW Düren

Dieses berufsgruppenübergreifende Low-Vision-Seminar bietet im ersten Teil eine durch BFW-Experten durchgeführte Beurteilung der Lesefähigkeit und des Vergrößerungsbedarfs und gibt Empfehlungen für geeigneten Hilfsmittel und sonstige Rahmenbedingungen (Beleuchtung u. a.). Im zweiten Teil des Seminars bieten erfahrene, selbst von einer Sehbeeinträchtigung betroffene Studierende und Berufspraktiker_innen im Rahmen einer Peer-to-Peer-Beratung ihren Erfahrungsschatz zu den Themen Behinderung, Studium und Beruf an. Hier können all die Fragen gestellt werden, die bei Augenärzt_innen, Hilfsmittelfirmen oder sonstigen Stellen nicht beantwortet werden.

Konferenz: „Inklusiv studieren – eine Hochschule für alle“

Termin: 15.11.2016
Ort: Berlin
Zielgruppe: Studierende, Hochschulvertreter_innen und politische Entscheider_innen
Veranstalter: Friedrich-Ebert-Stiftung

Wie sieht die gegenwärtige Situation für beeinträchtigte Studierende an deutschen Hochschulen aus? Diese Frage diskutieren auf der Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung Studierende, Hochschulvertreter_innen und politische Entscheider_innen. Vorgestellt werden konkrete Beispiele für die Entwicklung von Aktionsplänen, von Internetportalen für ein barrierefreies Studium und für die Sensibilisierung von Lehrenden. Ein Livestream ermöglicht es, die Konferenz im Internet zu verfolgen und sich mit Fragen zu beteiligen.

Workshop: „Gleichberechtigte Teilhabe am Hochschulstudium für Studierende mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung – Ansätze und Ideen“

Termin: 11.11.2016
Ort: Universität Marburg
Veranstalter: Universität Marburg, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie

Welchen Einfluss hat die Sichtbarkeit einer Beeinträchtigung? Was bedeutet dies unter den Bedingungen eines Hochschulstudiums? Was ist Good Practice im Bereich Behinderung und Studium? Wie können verschiedene Initiativen zur Verstetigung der chancengerechten Teilhabe aussehen? Im Rahmen der Veranstaltung sollen einerseits spezifische Herausforderungen aufgezeigt und diskutiert werden, die für Studierende mit Behinderung/chronischer Erkrankung entstehen, sowie verschiedene Ansätze beraten und Initiativen zur Verstetigung der chancengerechten Teilhabe erarbeitet werden.

Berater*innenseminar 2016

Termin: 19.-20.11.2016
Ort: Hamburg
Zielgruppe: Studierende, die sich in der Beratung chronisch kranker und behinderter Studierender engagieren
Veranstalter: Referat für behinderte und chronisch kranke Studierende (RBCS) des AStA der Universität Hamburg

Das Seminar beschäftigt sich mit den „Beratungsbasics“ wie Beratungshaltung im Peer Counselling, Gesprächsführung u.a. Gleichzeitig bietet das Seminar aber auch Informationen zu den Themen Eingliederungshilfe, BAföG und anderen Wegen der Studienfinanzierung. Das Seminar soll auch einen Austausch unter den Berater_innen verschiedener Hochschulen ermöglichen.

Ihr Team der IBS

Deutsches Studentenwerk
Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS)
Monbijouplatz 11
10178 Berlin

Tel.: 030 / 29 77 27 -64
Fax: 030 / 29 77 27 -69
E-Mail: studium-behinderung@studentenwerke.de
www.studentenwerke.de/behinderung

Bitte schicken Sie eine E-Mail an studium- behinderung@studentenwerke.de, wenn Sie den Newsletter der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) abbestellen möchten.

Gruppe der jungen Frauen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen

Junge Frauen mit Behinderungen fühlen sich oft weder von den Strukturen
der herkömmlichen Behindertenhilfe noch von den Angeboten „älterer“
Frauenprojekte angesprochen. Wir freuen uns auf Anmeldungen von Frauen
zwischen circa 20 und Anfang 30, die Lust haben, ihren ganz eigenen Weg
des Austauschs zu entwickeln.

Wir wollen nun einen Neustart für eine solche Gruppe wagen und würden
uns sehr freuen, wenn ihr dabei seid.
Nächstes Mal treffen wir uns am 7. November, 18 Uhr beim Netzwerk
behinderter Frauen Berlin e.V.

http://netzwerk-behinderter-frauen-berlin.de/index.php/kontakt

in der Leinestr. 51, 12049 Berlin-Neukölln.

http://www.openstreetmap.org/node/4442804697

Wie die Gruppe sich gestaltet ist völlig offen: Ob wir uns über
bestimmte Themen austauschen oder uns zum Plauschen treffen; ob jede
Woche oder jeden Monat; immer in den Räumen des Netzwerks oder jedes Mal
in einem anderen Café.

Wir würden uns sehr über eure Resonanz freuen, falls ihr am 7.11. nicht
könnt, dann auch gerne per Mail:
Inwieweit habt ihr Interesse an einem Treffen?
Gibt es bestimmte Tage an denen ihr gar nicht könnt?
Kennt ihr noch andere, die Interesse an solch einem Treffen haben (könnten)?

Wir freuen uns über eure Antworten und euer Kommen!

Berliner Stammtisch für hörgeschädigte Studenten und Absolventen: Einladung zum 10. Stammtisch am 26.10., 19:30 Uhr, Walhalla

Hallo zusammen!

Nun hat das Semester wieder begonnen, die Vorlesungszeit steht vor der Tür und mit dem Herbst werden die Abende auch schon wieder früher dunkel.

Umso schöner ist es, wenn man sich drinnen im Warmen treffen kann, um einen
Tee zu trinken und nette Gespräche zu führen – wie beim nächsten Stammtisch!

Wir möchten Euch herzlich einladen zum 10. Stammtisch in diesem Jahr!

*Wann: am Mittwoch, den 26.10.2016, ab 19:30 Uhr*
*Wo: Kultkneipe Walhalla (www.walhalla-berlin.de)*

Über Euer Erscheinen und einen unterhaltsamen Abend freuen wir uns!

Liebe Grüße,
Christina und Simone

*Weitere Termine sind: 26. Oktober, 17. November, 14. Dezember 2016.*
Berliner Stammtisch für hörgeschädigte Studenten und Absolventen
Wir sind auch bei Facebook (gleicher Gruppenname) – schaut bei uns vorbei!

Deutsches StudentenwerkInformations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS): Tipps und Informationen 9/2016

Deutsches StudentenwerkInformations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS)


06.10.2016

Tipps und Informationen Nr. 9 / 2016

(Sie können die Tipps und Informationen auch auf unseren Webseiten lesen: Tipps und Informationen 9/2016)

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

Empfehlung des Beirats der IBS „Digitale Hochschulbildung – Barrierefreiheit sichern“

Immer mehr Hochschulen ergänzen ihre Präsenzlehre durch onlinebasierte Lehr- und Lernformen. Das schafft mehr zeitliche und räumliche Flexibilität beim Lernen und kommt auch Studierenden mit Behinderungen zu gute. Dies aber nur dann, wenn die Angebote barrierefrei zugänglich sind. Darauf macht der Beirat der IBS in seiner Empfehlung „Digitale Hochschulbildung – Barrierefreiheit sichern“ aufmerksam. Er fordert die Hochschulen auf, die barrierefreie Zugänglichkeit und uneingeschränkte Nutzbarkeit aller E-Learning-Angebote sowie der digitalen Infrastruktur zu gewährleisten.

Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung zum Entwurf des Bundesteilhabegesetzes im Landtag Brandenburg

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) hat zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Alle inklusive in Brandenburg – Das Bundesteilhabegesetz verbessern“ Stellung genommen. Das DSW teilt die Kritik der Fraktion an den geplanten restriktiven Regelungen zum leistungsberechtigten Personenkreis, zum Wunsch- und Wahlrecht und zum Poolen von Leistungen. Darüber hinaus sieht das DSW Änderungsbedarf bei einer Vielzahl weiterer Regelungen, die Studierende mit Behinderungen betreffen.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Uni Würzburg: Fortbildungen für Lehrende

Die Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung (KIS) der Uni Würzburg bietet im Oktober 2016 zwei Seminare für Lehrende an. Die Themen: „Barrierefreie PDF-Dokumente“ und „Psychische Erkrankungen bei Studierenden“. Die Schulung zu barrierefreien PDF-Dokumenten ist auch für Nichtmitglieder der Universität Würzburg zugänglich.

Aus den Bundesländern

Hessen: Fachtagung „Übergänge im Lebenslauf von Menschen mit Behinderungen“ dokumentiert

Im Juni 2016 führte das Projekt „Inklusive Hochschule in Hessen“ die Fachtagung „Übergänge im Lebenslauf von Menschen mit Behinderungen“ durch. Die Inhalte und Ergebnisse der Tagung werden in einem Tagungsband veröffentlicht. Vorab stehen bereits die Vortragsfolien der Referentinnen und Referenten auf den Internetseiten des Projektes zur Verfügung.

Mecklenburg-Vorpommern: 250.000 Euro für mehr Inklusion an Hochschulen

In Mecklenburg-Vorpommern startete 2016 das landesweite Projekt „Inklusive Hochschule“. Ziel ist es, Lehrende für Inklusionssettings zu sensibilisieren und Studierenden mit Beeinträchtigungen die volle Teilhabe an Hochschulbildung zu ermöglichen. Dazu soll bis Ende 2018 hochschulübergreifend ein „Leitfaden Inklusionsorientierte Hochschulen“ erarbeitet und umgesetzt werden. Die Federführung liegt bei der Universität Rostock. Ein weiterer wesentlicher Teil des Projektes ist die Entwicklung von didaktischen Fortbildungen für das Lehrpersonal aller Hochschulen in M-V. Das Vorhaben ist Teil der Zielvereinbarungen zwischen Land und Hochschulen und wird finanziell vom Land unterstützt.

Aus Politik und Verwaltung

Bundesteilhabegesetz

Die Bundesregierung hat am 5.9.2016 ihren Entwurf eines Bundesteilhabegesetzes (BTHG) in den Bundestag eingebracht. Am 22.09.2016 nahm der Bundestag offiziell die Beratungen zum BTHG auf. Am 23.9.2016 hat der Bundesrat seine Stellungnahme zum BTHG-Entwurf der Bundesregierung verabschiedet. Bereits Ende August hatte das Deutsche Studentenwerk die geplanten Neuregelungen in einer Stellungnahme öffentlich kritisiert. Die Stellungnahme des Bundesrates greift einzelne Kritikpunkte aus Sicht der Studierenden mit Behinderungen auf. Der Bundesrat fordert z.B. die geplante Regelung zu streichen, nach der Studierende zusätzlich zur Immatrikulation weitere Nachweise ihrer Studierfähigkeit erbringen müssen, um Leistungen zur Teilhabe an Bildung zu erhalten. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert in einem Antrag die Bundesregierung auf, den Gesetzentwurf zu überarbeiten und die Leistungsansprüche u.a. so zu gestalten, dass Leistungen zur Teilhabe auch in jeder Phase der hochschulischen Bildung gewährt werden.

Aus Verbänden und Institutionen

Bündnis barrierefreies Studium: Stellungnahme zum Entwurf des BTHG

Das Bündnis barrierefreies Studium hat eine Stellungnahme zum Bundesteilhabegesetz veröffentlicht. Das Bündnis kritisiert, dass der Gesetzentwurf diskriminierende rechtliche Regelungen fortschreibt, neue Zugangsbarrieren errichtet und in einzelnen Regelungen sogar hinter die bereits etablierte Praxis der Gewährung von Leistungen der Eingliederungshilfe für Studierende mit Behinderungen zurückfällt. Zwar begründe der Gesetzentwurf auch neue Rechtsansprüche wie den auf Leistungen der Eingliederungshilfe für ein Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung oder für ein Masterstudium. Diese Ansprüche werden jedoch durch die Festlegung diskriminierender zeitlicher und inhaltlicher Vorgaben eingeschränkt.

DVBS Mentoring TriTeam

In einem Artikel berichtet der DVBS über den ersten Durchgang seines Mentoringprojektes TriTeam, das Ende März 2016 zu Ende ging. Ein Jahr lang unterstützten sehbeeinträchtigte Mentorinnen und Mentoren Studierende mit Sehbeeinträchtigungen im Studienalltag und bereiteten diese auch auf den Übergang in den Beruf vor. Die zweite Runde des Peer-to-Peer-Coachings startete im März dieses Jahres.

Publikationen

Das Selbstbestimmt Leben-Prinzip und die (nicht-)inklusive Hochschule

Birgit Rothenberg benennt in ihrem Buchbeitrag Handlungsbedarfe zur Herstellung einer inklusiven Hochschule, macht Forschungslücken sichtbar und stellt ein Verfahren vor, mit dem ausgehend von individuellen Problemlagen strukturelle Lösungen für viele Studierende mit Beeinträchtigungen geschaffen werden.

Rothenberg, Birgit (2016): Das Selbstbestimmt Leben-Prinzip und die (nicht-)inklusive Hochschule. In: Bliemetsrieder, Sandro/ Gebrande, Julia/ Jaeger, Arndt/ Melter, Claus, Schäfferling, Stefan (Hrsg.): Bildungsgerechtigkeit und Diskriminierungskritik. Historische und aktuelle Perspektiven auf Gesellschaft und Hochschulen. Weinheim/ München: Beltz/ Juventa, S. 111-128

Studieren mit Beeinträchtigungen

Die Autoren berichten über eine Ausstellung an der Hochschule Esslingen, die die Diskriminierungserfahrungen Studierender mit Beeinträchtigungen visuell wahrnehmbar macht. Der Ausstellung liegen Leitfadeninterviews zugrunde, die im Rahmen einer Masterarbeit an der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege der Hochschule durchgeführt wurden.

Schäfferling, Stefan/ Wehner, Miriam (2016): Studieren mit Beeinträchtigungen. Eine Ausstellung über Diskriminierungserfahrungen von Studierenden an der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege der Hochschule Esslingen. In: Bliemetsrieder, Sandro/ Gebrande, Julia/ Jaeger, Arndt/ Melter, Claus, Schäfferling, Stefan (Hrsg.): Bildungsgerechtigkeit und Diskriminierungskritik. Historische und aktuelle Perspektiven auf Gesellschaft und Hochschulen. Weinheim/ München: Beltz/ Juventa, S. 242-248

Studium und Behinderung in den Medien

Trau Dich! Sport studieren mit Behinderung

Mit seinem Beitrag auf studycheck.de will der Journalist Daniel Flege Mut machen, sich seinen Traum von einem Sportstudium mit Behinderung auch dann zu erfüllen, wenn man eine Behinderung hat. In einem Video berichtet ein Studierender von seinem Studium mit Handicap an der Sporthochschule Köln.

Deutschlandfunk: Mehr in Möglichkeiten denken als in Grenzen

Studierende mit Behinderungen sind für Thomas Abel eine Bereicherung. Dadurch können man im Lehramtsbereich bereits Dinge exemplarisch denken, die dann im Schulbereich auftreten könne. Abel ist Professor für paraolympischen Sport an der Sporthochschule Köln.

Termine

Uni Duisburg-Essen: Veranstaltung zu Bewerbungen

Termin: 4. November 2016
Ort: Campus Duisburg
Zielgruppe: Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen
Veranstalter: ABZ – Beratungsstelle der Universität Duisburg-Essen zur Inklusion bei Behinderung und chronischer Erkrankung in Kooperation mit dem Arbeitgeber-Service für schwerbehinderte Akademiker der ZAV

Nach einem Impulsvortrag zum Thema „Chancen eröffnen – Wie können sich Menschen mit Behinderung oder mit Beeinträchtigung durch eine chronische Erkrankung erfolgreich bewerben?“ können sich Studierende vom Vertreter der ZAV persönlich beraten lassen.

TU Dortmund: Schnupperstudium

Termin: 8. – 10. November 2016
Ort: TU Dortmund
Zielgruppe: chronisch kranke und behinderte Studieninteressierte, für die der Studienort Dortmund in Frage kommt, sowie Studienanfänger und -anfängerinnen an der TU Dortmund
Veranstalter: DoBuS

Die Teilnehmenden können sich über die Unterstützungsangebote der TU Dortmund für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten informieren, erhalten Informationen u.a. zu Nachteilsausgleichen, Literaturbeschaffung und zur Finanzierung von technischen und personellen Hilfen. Sie können eine Vorlesung besuchen und sich mit anderen behinderten Studierenden austauschen. Das Schnupperstudium findet in rollstuhlzugänglichen Räumen statt und wird bei Bedarf in Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Ihr Team der IBS

Deutsches Studentenwerk
Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS)
Monbijouplatz 11
10178 Berlin

Tel.: 030 / 29 77 27 -64
Fax: 030 / 29 77 27 -69
E-Mail: studium-behinderung@studentenwerke.de
www.studentenwerke.de/behinderung

Bitte schicken Sie eine E-Mail an studium- behinderung@studentenwerke.de, wenn Sie den Newsletter der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) abbestellen möchten.